Delos
Kleine, trockene Insel des Kykladen - Komplexes, gegenüber der weltbürgerlichen Mykonos. Im Altertum bildete sie die Unterkunft des Apollon und das religiöse Zentrum der Welt, rund um das die übrigen kykladischen Inseln lagen.
Und könnte man für den Gott der Sonne eine Insel mit mehr Sonne finden als Delos? Hier gibt es nur Licht. Es gibt keine Berge, keine Bäume und nur wenig Schatten. Als Apollo hier geboren wurde, stand nach der Mythologie nur eine Palme auf der Insel. Auf sie stützte sich Leto, als sie Apollo und Artemis zur Welt brachte. Heute ist die Insel ein endloses archäologisches Monument, mit viel Sonnenschein.
Als später die lonier, auf die Insel kamen, machten sie sie zu ihrem religiösen Mittelpunkt. So füllte sich die kleine Insel allmählich mit Tempeln, Villen, Marktplätzen, Stadien Geschäften und wurde zu einer großen Stadt.  Sie war nicht  nur ein Zentrum der Religion, sondern auch der Kultur und des Heidischen. Die Jahrhunderte vergingen. Auf die Blüte folgte der Niedergang. Kriege, Not, Zerstörung. Heute ist die kleine Insel nur noch ein Fleckchen Erde voller Ruinen. Um­gestürzte Marmorsäulen, Fragmente berühmter Mosaiken, die einst reiche Herrenhäuser schmückten. Eine Rennbahn. Sitzreihen eines Theaters, Sportplätze. Und in dieser Fülle von Ruinen stehen noch fünf Marmorlöwen in einer Reine aufrecht. Einst bewachten sie den heiligen See. Sie bücken noch nach Osten, der Sonne ihres Gottes Apollo entgegen.
Delos liegt 6 km südwestlich von Mykonos. 
Die Übernachtung auf der Insel ist „streng verboten“. Sie können sich mit einem Boot aus Mykonos annähern.
Zugang
Mit dem Flugzeug oder mit dem Schiff bis Mykonos. Von dort aus mit einem kleinen Boot, oder mit kleinen Fähren zum Zentralhafen der Insel.

 

Delos - Städte
Die Stadt Delos wurde ein großer Handelsplatz, dessen Bewohner aus allen Teilen der antiken Welt kamen und im Handel tätig waren. Die meisten von ihnen waren Ägypter, Syrer und Italer, die auf der Insel ihre eigenen Heiligtümer errichteten. Der Niedergang von Delos begann plötzlich im Jahre 88 v.Chr. im Mithridatischen Krieg. Die Stadt wurde niedergebrannt, die Tempel und Häuser zerstört und die 20.000 Einwohner niedergemacht oder in die Sklaverei verkauft. Den letzten Schlag führten wenige Jahre später die Piraten. Danach war die Insel fast unbewohnt, sie wurde zu einem Schlupfwinkel für Piraten und Antikenräuber, die gelegentlich hierher kamen, um Beute zu machen. Erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts begannen die französischen Archäologen mit den Ausgrabungen und brachten ans Licht, was von der einstigen Pracht noch zu retten war.
 

Delos - Geschichte (Mythologie)
Delos wurde schon während des 3.
Jh.v.Chr. bewohnt. Ihre ersten Einwohner waren die Karen. Sie behaupteten, dass ihr Land ein himmlisches Schiff gewesen sein sollte, das jahrtausendelang durch den Himmel reiste, und anschließend zum ägäischen Meer herabkam, wo es blind herumsegelte, bis die Götter seinen Anker im Zentrum der Kykladen anlegten, und es in eine Insel verwandelten. Später erzählten die Delier, dass ihre Vorväter aus dem entfernten Norden vom Himmel und von der Milchstrasse mit ihrem Sternenschiff am Nil landeten, und von dort bis zur Insel Delos segelten. Die Karen wurden von den minoischen Kretern gefolgt, die die Mutter Erde anbeteten, und später ließen sich die Achäer auf die Insel nieder. Rund um diesen Zeitraum wurde schon Delos von den Einwohnern der ägäischen Inseln, als Religionszentrum und Haupthafen angesehen.
Rund um 1000 v. Chr. fanden auf dieser Insel die Ionier Unterkunft, die den Gott Apollon anbetete. Sie glaubten unter anderem, dass Delos während des Altertums eine wandernde Insel war, und dass sie unbeweglich wurde damit Leto, eine der Geliebten des Göttervaters, Zeus, ihren Kindern eine Geburtsstätte geben konnte, da sie von der neidischen Göttin Hera verjagt wurde. Leto wurde mit der Hilfe ihrer Tochter Artemis, die sie einen Tag vorher auf der kleinen Nachbarinsel Rinia zur Welt gebracht hatte, von ihrem Sohn Apollon, den Gott der Harmonie und des Lichtes entbunden. Seitdem leitete dieser unsichtbare Gott die Taten der Griechen.
Delos wurde von Naxos bis zum 7.
Jh.
beschützt, und als das religiöse und politische Zentrum des ägäischen Meeres angesehen. Ihr Name produzierte innerhalb der Griechen religiöse Gefühle, und sie existierte als antikes Analog der Heiligen Stätte. Über keinen anderen Ort der Erde wurden so viele Hymnen geschrieben. Außer Apollon und Artemis, wurden auf Delos die Dioskouren , Leto, Dionysos, Asklepios und Herakles angebetet.
Die Athener nutzten ihre ionische Herkunft aus, und schlichten sich in die ionische Allianz des ägäischen Meeres ein, und ab Mitte des 6. Jh. überwältigten sie die Inseleinwohner. Im Jahre 550 v.Chr. respektierte der Tyrann der Insel Samos, Polykratis, der viele Kykladeninseln erobert hatte, die heilige Insel. Ab 540 v.Chr., verboten die Athener, mit verschiedenen religiösen Vorwänden die Begrabungen auf Delos, und transportierten die existierenden Gräber an anderen Plätzen.

 

Delos - Ökologie
Karge Felseninsel, aus Granit und Schiefer. Auf der Insel leben viel Raubvögel: Geier (Gyps Fulvus), Falken (Falcus Peregrinus und Falcus Eleonore), und Adler (Aquila Chrysaetos). Ihre Existenz beweist den guten Zustand der natürlichen Umwelt.
 

Delos - Monumente
Laut der Sage, wurden auf dieser Insel die Götter Artemis und Apollon geboren, dem sogar die Insel gewidmet wurde, die in ein Heiligtum umgeformt wurde, das vom 9.
Jh.v.Chr. und für über ein Jahrtausend lang, das größte und mächtigste religiöse und kulturelle Zentrum des ägäischen Meeres war. Der Namen Kyklades wurde auch indirekt von Delos abgeleitet, weil alle anderen kykladischen Inseln rund um diese zentrale Insel liegen.
Die ganze Insel ist selbst ein Monument. Zwischen den warmen Marmorplatten und den mit Grass bedeckten Ruinen leben heute Eidechsen, und der Besucher muss sich bemühen, damit er die Größe und den Ruhm der antiken Delos erfasst. Wenn sie auf der Insel ankommen, werden sie links das Heiligtum und rechts den Handelshafen sehen. Gegenüber befindet sich die Vorhalle des Heiligtums (2.
Jh.v.Chr.), und der Markt der Kombetalisten (das waren die römischen Händler und die Befreiten), die jedes Jahr die Götter der Kreuzungen (Lares Competales) verehrten, indem sie dem Gott des Handels Hermes Opfergaben widmeten.
Dort beginnt die Heilige Strasse, die an den drei Marmorstufen endet, die zu den drei Tempeln des Heiligtums des Apollon führten, und zwar zum Delos - Tempel (der zwischen 476 und 314v.Chr. errichtet wurde), zum athenischen Tempel (4
.Jh.v.Chr.), und zum ältesten von allen Tempeln, den ''Porinos'' (540v.Chr.), der von fünf Schatzkammern, halbrundförmig umgeben wird. Auf beiden Seiten der Heiligen Strasse existierten Grundlagen für Weihrauch. Links befindet sich der Gang der Naxier (6.Jh.v.Chr.) und das gut erhaltene Haus der Naxier (560v.Chr.). Zwischen dem letzten und dem Artemision, dem Tempel der Artemis, existierte die riesige Statue des Apollon. Östlich des Heiligtums des Apollon, befindet sich das ''Prytanion'' (Rektorat), das am Anfang des 5.Jh.v.Chr.
errichtet wurde.
 

Delos – Kunst
Auf diesem bedeutenden Anbetungsort des Altertums, der dem Gott des Lichtes und der Musik gewidmet war, wurde natürlich der Glauben der antiken Griechen mit der Kunst ausgedrückt. Wunderbare Skulpturen und Statuen, Vorbilder der Feinheit und der Bildhauerei, wurden dem verehrten Gott gewidmet, die das Heiligtum und die ganze Umgebung beschmückten. Leider wurden während der vergangenen Jahre die meisten von diesen Kunststücken zerstört oder verschwunden. Die fünf von den neun Löwen der gleichnamigen Strasse, die ein Geschenk der Naxier waren, der ausgezeichnete Skulpturkomplex der Göttin Artemis und die Statue des Apollon, die im Museum von Delos ausgestellt werden, sind einige von diesen Kunststücken. Wertvolle Mosaikböden beschmückten die Häuser der wohl stehenden Griechen dieses Zeitalters, die hauptsächlich von Künstlern aus Syros hergestellt wurden. Der beste ist derjenige, der den Gott Dionysos abbildet, der auf einem Panther sitzt. Dieser Mosaikboden besteht aus Marmor- und Onyxstücken, in fantastischen Farben.
 

Besichtigung der Altertümer
Das kleine Schiff aus Mykonos legt gewöhnlich am Westufer von Delos an, etwa 150 m südlich des antiken heiligen Hafens. Da die Monumente sehr zahl­reich und über ein großes Gelände verstreut sind, sollen sie zur Erleichterung für den Besucher in acht Einheiten gruppiert werden. Das Gelände um den Heiligen Hafen. In diesem Bereich vor dem Kai Degen der Markt der Compitales, die Halle Philipps V. von Makedonien und der Marktplatz der Delier. Das Heiligtum des Apollo. Geht man auf der Prozessionsstraße nach Norden, dann kommt man zum Haus der Naxier und dem Heiligtum des Apollo (6. Jh.), in dem die Statue des Gottes stand und der Schatz des delischen Bundes untergebracht war. Westlich davon liegen der Artemis-Tempel, der Markt des Theophrastos (2.Jh.v.Chr.) und die Empfangshalle (3.Jh.) und im Norden die Halle des Antigonos. Östlich der Halte des Antigonos befindet sich das Archäologische Museum.
Das Gelände der Feststraße mit den Löwen. Nördlich der Halle des Antigonos kommt man auf den Markt der Italiker, das größte Monument von Delos. Unmittelbar hinter dem Markt der Italiker lagen der heilige See, der heute ausgetrocknet ist, und westlich des Sees die berühmte Löwenstraße. Von den neun Löwen, die aus naxischem Marmor gearbeitet sind und im 7.Jh.v.Chr. von den Naxiern als symbolische Wächter des Heiligen Sees gestiftet worden waren, sind heute noch fünf erhalten. Sie gehören zu den eindrucksvollsten und bekanntesten Statuen der Insel. Nordwestlich der Löwenstraße kommt man zu dem großen Gemeinschaftshaus der Poseidoniasten und weiter westlich zu dem 'Granit"-Haus. Nördlich des Heiligen Sees liegen die Palästra am See (3.Jh.v.Chr.) und die Palästra aus Granit (2.Jhv.Chr.).
Der Bereich des Stadions. Das Stadion liegt ungefähr 1 km nord­östlich der Löwenstraße. In der Mute der Straße liegt das Heiligtum des Heros Archegetes.
Vor dem Stadion befindet sich das Gymnasium.
 

Der Theaterbezirk
Er erstreckt sich von der Anlegestelle der Schiffe nach Südosten und war der am dichtesten besiedelte und reichste Teil der antiken Stadt. Hervorzuheben sind von diesen reichen Häusern das Haus des Dionysos, das Haus des Dreizacks, das Haus der Delphine und das Haus der Masken. Benannt sind die Häuser nach berühmten Darstellungen auf den Fußbodenmosaiken, die erhalten sind. Bemerkenswert ist gleichfalls das Haus der Kleopatra mit den Statu­en der Eigentümer, der Athenerin Kleopatra und des Dioskourides. Das Theater, in dem 5.000 Besu­cher Platz fanden, liegt in der Mitte dieses Ortsteiles.
Die Heiligtümer der fremden Gottheiten. Östlich des Theaterbezirkes und unterhalb des Heiligen Hügels Kynthos befinden sich die Ruinen der Heiligtümer der fremden Gottheiten. Zu ihnen gehört das Heiligtum der ägyptischen Götter mit den Tempeln des Sarapis (Serapeion) und der Isis, der Tempel der syrischen Gottheiten und das Heiligtum der Kabiren, der samothrakischen Gottheiten. Östlich des Heiligtums der ägyptischen Gottheiten befinden sich die Ruinen des Heraions, eines alten Tempels der Hera.
Der heilige Berg Kynthos. Der ansteigende Weg mit den Stufen, der den Besucher von den Tempeln der ausländischen Gottheiten auf den heiligen Berg Kynthos führt, ist der gleiche, den die Sieger der dekschen Wettkämpfe hinaufgingen, um vor dem Tempel des Zeus Kynthos und der Athena Kynthia bekränzt zu werden. Die Reste dieser Heiligtümer liegen auf dem Gipfel des heiligen Hügels. Auf dem gleichen Hügel gibt es auch eine prähistorische Höhle, in der Herakles verehrt wurde. Der südliche Bereich. Der antike Handelshafen erstreckte sich südlich der heutigen Anlegestelle. Am Meer gab es Geschäfte. Die Bucht von Furni und die Ruinen des Asklepios-Tempels sind etwa 1 km entfernt.